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das mai hof puppentheater

...spielt für
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Tel. 0351/ 2 69 00 72

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Lassen Sie sich in unserem Museum in drei Räumen von Puppen, Puppenstuben, Karusell, Muikautomat und Spielzeug verzaubern.

Puppen- und Spielzeugmuseum

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Januar - Mai 2010


Rot für Erwachsene

Januar
02.01.15:00 Uhr"Von der Maus Lilli, dem Kater Willy und der Schwalbe Tilli" Wie die Schwalbe der Maus das Leben rettet und sich dabei selbst in Gefahr begibt.
03.01.11:00 Uhr"Von der Maus Lilli, dem Kater Willy und der Schwalbe Tilli" Wie die Schwalbe der Maus das Leben rettet und sich dabei selbst in Gefahr begibt.
03.01.15:00 Uhr"Von der Maus Lilli, dem Kater Willy und der Schwalbe Tilli" Wie die Schwalbe der Maus das Leben rettet und sich dabei selbst in Gefahr begibt.
09.01.15:00 Uhr"Von der Maus Lilli, dem Kater Willy und der Schwalbe Tilli" Wie die Schwalbe der Maus das Leben rettet und sich dabei selbst in Gefahr begibt.
10.01.11:00 Uhr"Von der Maus Lilli, dem Kater Willy und der Schwalbe Tilli" Wie die Schwalbe der Maus das Leben rettet und sich dabei selbst in Gefahr begibt.
10.01.15:00 Uhr"Von der Maus Lilli, dem Kater Willy und der Schwalbe Tilli" Wie die Schwalbe der Maus das Leben rettet und sich dabei selbst in Gefahr begibt.
16.01.15:00 UhrDas tapfere Schneiderlein, nach Grimm (Ein Fingerhut voll Pflaumenmus macht stark!)
17.01.11:00 UhrDas tapfere Schneiderlein, nach Grimm (Ein Fingerhut voll Pflaumenmus macht stark!)
17.01.15:00 UhrDas tapfere Schneiderlein, nach Grimm (Ein Fingerhut voll Pflaumenmus macht stark!)
22.01.20:00 Uhr"Genoveva oder Wie bring ich meine Tante um", Papiertheater mal ganz anders - witzig, frech, frivol. Ein Spiel um Liebe und Treue, Meuchelmord und himmlische Errettung
23.01.15:00 UhrDas tapfere Schneiderlein, nach Grimm (Ein Fingerhut voll Pflaumenmus macht stark!)
24.01.11:00 UhrDas tapfere Schneiderlein, nach Grimm (Ein Fingerhut voll Pflaumenmus macht stark!)
24.01.15:00 UhrDas tapfere Schneiderlein, nach Grimm (Ein Fingerhut voll Pflaumenmus macht stark!)
30.01.15:00 UhrFrau Holle, nach Grimm (Hier dürfen Kinder mitspielen, denn Frau Holle braucht dringend Hilfe!)
31.01.11:00 UhrFrau Holle, nach Grimm (Hier dürfen Kinder mitspielen, denn Frau Holle braucht dringend Hilfe!)
31.01.15:00 UhrFrau Holle, nach Grimm (Hier dürfen Kinder mitspielen, denn Frau Holle braucht dringend Hilfe!)
Februar
06.02.15:00 UhrFrau Holle, nach Grimm (Hier dürfen Kinder mitspielen, denn Frau Holle braucht dringend Hilfe!)
07.02.11:00 UhrFrau Holle, nach Grimm (Hier dürfen Kinder mitspielen, denn Frau Holle braucht dringend Hilfe!)
07.02.15:00 UhrFrau Holle, nach Grimm (Hier dürfen Kinder mitspielen, denn Frau Holle braucht dringend Hilfe!)
10.02.10:00 Uhr"Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
11.02.10:00 Uhr"Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
13.02.15:00 Uhr"Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
14.02.11:00 Uhr"Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
14.02.15:00 Uhr"Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
17.02.10:00 Uhr"Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
18.02.10:00 Uhr"Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
20.02.15:00 Uhr"Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
21.02.11:00 Uhr"Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
21.02.15:00 Uhr"Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
26.02.20:00 Uhr"Der Kaiser und die Nachtigall" oder "Einer singt immer" Sehr frei nach Andersen. Farbige Schattenspiele mit einer Trickmarionette und anderen zauberhaften Figuren
27.02.15:00 UhrAschenputtel, nach Grimm (Ruckediku - wem passt der Schuh ?)
28.02.11:00 UhrAschenputtel, nach Grimm (Ruckediku - wem passt der Schuh ?)
28.02.15:00 UhrAschenputtel, nach Grimm (Ruckediku - wem passt der Schuh ?)
März
06.03.15:00 UhrDäumelinchen, nach H.C.Andersen (ein Märchen zum Träumen)
07.03.11:00 UhrDäumelinchen, nach H.C.Andersen (ein Märchen zum Träumen)
07.03.15:00 UhrDäumelinchen, nach H.C.Andersen (ein Märchen zum Träumen)
13.03.11:00 UhrDäumelinchen, nach H.C.Andersen (ein Märchen zum Träumen)
13.03.15:00 UhrDäumelinchen, nach H.C.Andersen (ein Märchen zum Träumen)
14.03.11:00 UhrDäumelinchen, nach H.C.Andersen (ein Märchen zum Träumen)
20.03.11:00 Uhr"Die wahre Geschichte der Biene M" , nach W.Bonsels Die Biene Maja und ihre Abenteuer
20.03.15:00 Uhr"Die wahre Geschichte der Biene M" , nach W.Bonsels Die Biene Maja und ihre Abenteuer
21.03.11:00 Uhr"Die wahre Geschichte der Biene M" , nach W.Bonsels Die Biene Maja und ihre Abenteuer
26.03.20:00 UhrDas heiße Eisen - oder wer anderen eine Gräbe grubt, nach Hans Sachs (Ein heiter, erotisches Spiel mit Puppen um Moral und Scheinmoral)
27.03.15:00 Uhr"Die wahre Geschichte der Biene M" , nach W.Bonsels Die Biene Maja und ihre Abenteuer
28.03.11:00 Uhr"Die wahre Geschichte der Biene M" , nach W.Bonsels Die Biene Maja und ihre Abenteuer
April
********************************************
********** 12 Jahre mai hof puppentheater **********
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02.04.11:00 Uhr"Rotkäppchen" oder "Ich ging im Walde so für mich hin" (Wie der Wolf Rotkäppchen überredet, für die Großmutter Veilchen zu suchen)
02.04.15:00 Uhr"Rotkäppchen" oder "Ich ging im Walde so für mich hin" (Wie der Wolf Rotkäppchen überredet, für die Großmutter Veilchen zu suchen)
03.04.11:00 Uhr"Rotkäppchen" oder "Ich ging im Walde so für mich hin" (Wie der Wolf Rotkäppchen überredet, für die Großmutter Veilchen zu suchen)
03.04.15:00 Uhr"Rotkäppchen" oder "Ich ging im Walde so für mich hin" (Wie der Wolf Rotkäppchen überredet, für die Großmutter Veilchen zu suchen)
07.04.10:00 Uhr"Rotkäppchen" oder "Ich ging im Walde so für mich hin" (Wie der Wolf Rotkäppchen überredet, für die Großmutter Veilchen zu suchen)
08.04.10:00 Uhr"Rotkäppchen" oder "Ich ging im Walde so für mich hin" (Wie der Wolf Rotkäppchen überredet, für die Großmutter Veilchen zu suchen)
17.04.11:00 UhrHänsel und Gretel (mein kleiner Humperdinck) Das bekannte Märchen mit bezaubernden Melodien
17.04.15:00 UhrHänsel und Gretel (mein kleiner Humperdinck) Das bekannte Märchen mit bezaubernden Melodien
18.04.11:00 UhrHänsel und Gretel (mein kleiner Humperdinck) Das bekannte Märchen mit bezaubernden Melodien
24.04.11:00 UhrHänsel und Gretel (mein kleiner Humperdinck) Das bekannte Märchen mit bezaubernden Melodien
24.04.15:00 UhrHänsel und Gretel (mein kleiner Humperdinck) Das bekannte Märchen mit bezaubernden Melodien
25.04.11:00 UhrHänsel und Gretel (mein kleiner Humperdinck) Das bekannte Märchen mit bezaubernden Melodien
Mai
********** Theaterferien vom 01.Mai bis 13.Mai **********
15.05.11:00 UhrHänsel und Gretel (mein kleiner Humperdinck) Das bekannte Märchen mit bezaubernden Melodien
15.05.15:00 UhrHänsel und Gretel (mein kleiner Humperdinck) Das bekannte Märchen mit bezaubernden Melodien
16.05.11:00 UhrHänsel und Gretel (mein kleiner Humperdinck) Das bekannte Märchen mit bezaubernden Melodien
22.05.11:00 Uhr"Aladin und die Wunderlampe" - ein Märchen aus 1001 Nacht
22.05.15:00 Uhr"Aladin und die Wunderlampe" - ein Märchen aus 1001 Nacht
23.05.11:00 Uhr"Aladin und die Wunderlampe" - ein Märchen aus 1001 Nacht
29.05.15:00 Uhr"Aladin und die Wunderlampe" - ein Märchen aus 1001 Nacht
30.05.11:00 Uhr"Aladin und die Wunderlampe" - ein Märchen aus 1001 Nacht

Rot für Erwachsene

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Vor oder nach dem Theaterstück besteht die Möglichkeit das Puppen-und Spielzeugmuseum zu besichtigen und einen Gang durch den Garten zu machen.

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Rot für Erwachsene - Schwarz für Kinder


Teufelchen "Pfuiteufelchen"
Vom Schneider der den Teufel überlistet und die Prinzessin heiratet
  Aschenputtel "Aschenputtel nach Grimm"
Ruckediku - wem paßt der Schuh?
Däumelinchen "Däumelinchen" nach Andersen
Ein Märchen zum Träumen
  Turandot "Tod oder Turandot"
Ein erotisches Spiel mit Puppen und ein gruseliges Nachspiel
Dornröschen "Dornröschen" nach Pocci
Das Märchen von der schlafenden Prinzessin
  Holle "Frau Holle" nach Grimm
In diesem Märchen dürfen Kinder mitspielen, denn Frau Holle braucht dringend Hilfe
Kasper "Kasper und die verzauberte Prinzessin"
Das Märchen von einer Prinzessin, die in einen Frosch verwandelt wird
  August "Mein starker August - ein beinah historisches Spiel mit Puppen"
(Die Liebesgeschichte zwischen August dem Starken und der Gräfin Cosel)
Schneeweisschen "Schneeweißchen und Rosenrot" nach Grimm
Das Märchen von den beiden Schwestern, dem Bären und dem garstigen Zwerg
  Schneiderlein "Das tapfere Schneiderlein", nach Grimm (Ein Fingerhut voll Pflaumenmus macht stark!)
Sterntaler "Sterntaler" nach Grimm
Von einem Mädchen, dem die Sterne nicht nur Taler, sondern auch ein Märchen schenken
  Genoveva "Genoveva oder Wie bring ich mein Tante um" - Ein Spiel um Liebe und Treue, Meuchelmord und himmlische Errettung
Osterhase "Angstnase - Osterhase" Wie Häschen Angstnase den Windhund überlistet   Osterei Angstnase Osterhase erlebt ein neues, spannendes Abenteuer, denn die drei Osterhühner wurden entfürt.....!
Haewelmann "Der kleine Häwelmann beim Weihnachtsstern, nach Storm (Wie man im Bettchen bis zu den Sternen fliegen kann.)"   Das heisse Eisen "Das heiße Eisen - oder wer anderen eine Gräbe grubt" nach Hans Sachs
Biene Maja "Die wahre Geschichte der Biene M" , nach W.Bonsels Die Biene Maja und ihre Abenteuer   Auguste "Meine kleine Weihnachtsgans" frei nach F.Wolf
Weshalb gibt es bei der Familie Löwenhaupt zu Weihnachten Kartoffelsalat mit Würstchen und keinen leckeren Gänsebraten ?
Lysistrate "Lysistrate oder Alle Macht den Weibern nach Aristophanes" Eine Komödie von der zeitlosen, genialen Idee Lysistrates: Den Krieg mit einem Bettstreik zu beenden.   Erbse "Die Prinzessin auf der Erbse", nach H.C.Andersen
Ein Stück zum Mitspielen, denn im Schloss werden dringend fleißige Diener gesucht.
Maus_Lilli "Von der Maus Lilli, dem Kater Willy und der Schwalbe Tilli" Wie die Schwalbe der Maus das Leben rettet und sich dabei selbst in Gefahr begibt.   Schneemaerchen "Schneemärchen" nach H.C.Andersen "Die Schneekönigin"
Adventsabend "Alle Jahre wieder...." (Nr.2) Der besondere literarische Adventsabend (Hella Müller spielt und liest die besten Weihnachtsgeschichten.) - Für Erwachsene und große Kinder -   Weihnachtsmann "Hilfe der Weihnachtsmann ist krank!" oder Die vertauschten Geschenke
Adventsabend "Aladin und die Wunderlampe" - ein Märchen aus 1001 Nacht   HaenselUndGretel "Hänsel und Gretel" (mein kleiner Humperdinck) Das bekannte Märchen mit bezaubernden Melodien
Rotkaepchen "Rotkäppchen" oder "Ich ging im Walde so für mich hin" (Wie der Wolf Rotkäppchen überredet, für die Großmutter Veilchen zu suchen)   DieZweiWeiber "Die zwei alten Weiber von Venedig" oder "Das Ganzkörperlifting" Sinnliche, erotische und witzige Schattenspielereien um den Traum der ewigen Jugend.
Afrika "Wie die Schildkröte fliegen wollte" Afrikanische Tiermärchen - Elefant Strauß und Maus ... ... ... ...   Nachtigall "Der Kaiser und die Nachtigall" oder "Einer singt immer" Sehr frei nach Andersen. Farbige Schattenspiele mit einer Trickmarionette und anderen zauberhaften Figuren
Schneekoenigin "Schneekönigin" (nach Andersen) Gerda muss viele Abenteuer bestehen um zu der Schneekönigin zu gelangen. Gelingt es Gerda den kleinen Kai zu retten?   Rumpelstilzchen "Rumpelpumpelstilzchen" Nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab 4 Jahre
 

Rot für Erwachsene - Schwarz für Kinder

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Die wichtigsten Stationen

Hella Müller


 

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Presse


August

Die ganze Welt

Mit zwei Händen

Aus mancher Garagenfirma wurde schon ein Weltunternehmen.
In der ehemaligen Garage einer ehemaligen Gastwirtschaft in Weißig wurde ein Unternehmen gegründet, das von Anfang an Welt ist: Das"mai hof puppentheater" der Puppenspielerin Hella Müller. Kaum ist es da, wird klar, dass dem aufstrebenden Gemeinwesen Weißig gerade so etwas tatsächlich gefehlt hat. Ein Ort für Kunst, für Märchen, für Kinder und für Erwachsene.
Der Name "mai hof" ist nicht nur eine sächsisch-zärtliche Besitzanzeige, nicht nur ein Versprechen stetigen Frühlings, sondern auch eine Ehrung für Hella Müllers Mann, Hartmut Maihöfer, der energisch mit angepackt hat beim Umbau, ebenso wie manche Freunde der Puppenspielerin. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und dazu angetan, verwunschen und verziert, ist der Raum auch von innen und außen. Dekorationsteile und Stücke aus Hella Müllers Sammlung alter und neuer Theaterpuppen begrüßen an der Tür das Publikum und mischen sich unter es bei Neugier und Entzücken angesichts des Spiels. Die Prinzipalin spielt allein. Sie zieht die Fäden oder lässt auf der Hand die Puppen tanzen, und schon zieht leben ein, Rede, Gegenrede, Musik.
In einem kleinen Raum (40) Plätze kann man kaum schummeln oder dem Publikum fernsehartige Effekte liefern. So macht Hella Müller bewußt das Gegenteil.
Sie läßt sich genau auf die Finger sehen, und man erlebt, was sie macht und wie sie es macht - und staunt doch, wie es ihr gelingt, die kleinen Holzköpfe zum Leben zu erwecken und aus ein paar Tüchern und einer Kiste die unterschiedlichsten Schauplätze glaubhaft zu machen.

Sächsische Zeitung


Dornröschen

Hinter den Kulissen

Hella Müller macht aus der Not eines schmalen Budgets eine Tugend, sie appelliert an die Phantasie der kleinen und größeren Zuschauer, wenn sie einen hözernen Klappstuhl zum Thron deklariert, sie bringt leichte Brechungen in die klassischen Stoffe, indem sie Alltagserfahrungen der Besucher nebenbei einfließen lässt. Die Requisiten holt sie sich aus Trödelläden, bekommt sie von Freunden, manchmal ist es eine bizarr geformte Wurzel, die irgendwo gefunden, zum Kopfschmuck eines Zauberers avanciert.
Das Bauernhaus, indem sie wohnt und arbeitet, ist voll davon, Material für 'Hunderte von Ideen' für Stücke, die sie im Hinterkopf hat.
Einen großen Teil ihrer Puppen fertigt sie selbst, oft helfen Bekannte.
Däumelinchen

"Meine Puppen sind mein Leben"

Dresden sieht sie mit dem zeitlichen Abstand wohl eher als Chance. In dem Weißiger Haus gibt es keinen Raum ohne Puppen. In und auf den Schränken, an den Wänden, auf Tischen oder zwischen unzähligen Requisiten sitzen Stab- und Handpuppen sowie Marionetten.
Es ist ein Leben mit den Puppen, es ist Ihr Leben. Ohne wäre es für sie unvorstellbar.
"Kinder sehen eine Figur und leben richtig mit ihr mit. Den erhobenen Zeigefinger brauchen sie dabei nicht, es muss über ihre kleinen Seelen gehen", so Hella Müller.

Muhme

Das heiße Eisen

Nur die Muhme weiß Rat

Ein erotisches Spiel mit Holzpuppen, Feuer und einem glühenden Bügeleisen

Auf dem Dorf ist nicht viel los. Und der schmucke, blonde Feger mopst sich: Nicht mal die nächstliegende, die eheliche Vergnügung kann die junge Frau von ihrem Mann erhalten. Die Muhme mit dem Kuchenzahn gibt in schönstem Lausitzisch gute Ratschläge ("Baden!", "Selleriesalat!"), aber der Angetraute ist ein grobschlächtiger Trunkenbold und darum "schnaggelt's nicht mehr" - zum Leidwesen seiner Frau. Sie argwöhnt, er sei ihr untreu und will ihn nach dem Rat der Muhme sogleich auf die entscheidende Probe stellen: Nur wenn er das heiße Eisen, "ä Blättgloggn", ein Bügeleisen, mit bloßer Hand tragen kann, war er treu.
Die drei drastischen Personen stammen aus dem Fastnachtsspiel "Das heiße Eisen oder Wer anderen eine Gräbe grubt" nach Hans Sachs, das Hella Müller, die Chefin vom mai hof puppentheater Weißig, für heutige Geschmäcker textlich aufpoliert hat. Bibelstellen und fromme Sprüche schwirren massenweise herum, während gar unfromme Themen auf der Bühne verhandelt werden. Erotik, Witz und die Glut des Eisens wehen forsch in den Zuschauerraum.

Puppen mit schier umwerfender Sinnlichkeit

Man vergisst schnell, dass es sich bei den Darstellern um zwei Spannen hohe Holzfiguren handelt. Die ausdrucksstarken Figuren - die mit der schier umwerfenden Sinnlichkeit im weiteren Sinne ist übrigens die Alte - wurden von Jürgen Maaßen aus Hamburg geschnitzt und von Hella Müller eingekleidet. Sie führt auch alle drei im Alleingang, wobei sich deren Mimik auch abwechselnd auf ihrem Gesicht spiegelt. Die Bühne, karge Andeutung dörflicher Einfalt, stammt von Rainer Schicktanz.
Mit wenigen Mitteln, großartig gespielt, entrollt sich eine Welt von deftigen Späßen bis hin zu klug gesetzten, witzigen Details und beinah psychologischen Nuancen. Die Personen entwickeln Persönlichkeit, die Spielerin erweckt die Illusion, sie könnten jeden Finger einzeln bewegen, die Lippen schürzen, die Augenbrauen heben.
Man glaubt ihnen ihre erotischen Nöte, so lebendig scheinen sie. Den Weg der Handlung säumen Weisheiten wie "Die Zunge hat zwar keine Knochen, doch manchem schon den Hals gebrochen". Der Bauer, weniger dumm als er aussieht, vermeidet mit einem Trick, sich zu verbrennen. Aber die junge Frau traut sich nicht ans heiße Eisen. Vor lauter Angst gesteht sie nach und nach die Seitensprünge: Arzt, Bäcker, Krämer, Apotheker - und dann noch den und jenen. Nur ein unerwartet guter Rat der Muhme rettet ihr zum Schluss den Hals und dem Stück das Happy End.
Doch die Puppenspielerin selbst schließt noch eine Theater-Melancholie an: "Einst herrschten Helden hier und Delinquenten - jetzt hausen hier die Dezernenten." Was es nicht alles gibt auf diesem Sachs'schen Dorfe! Neue Beute vielleicht für die hungrige Ehefrau?

Sächsische Zeitung


Maja

Die wahre Geschichte der (Biene) M.

95 Prozent der deutschen Bevölkerung kennen die Biene Maja, nur Boris Becker und Franz Beckenbauer sind berühmter. Schuld daran ist jene japanische Zeichentrickserie um die Biene Maja und ihren Freund Willie, die seit 26 Jahren Kinderherzen höher schlagen lässt.
1912 hatte der Kinderbuchautor Waldemar Bonsels das liebe Insekt erfunden. Das Buch "Die Biene Maja und ihre Abenteuer" wurde in 40 Sprachen übersetzt. Auch Hella Müller, die heute das mai hof Puppentheater im Dresdner Stadtteil Schönfeld-Weißig betreibt, ist von der kessen Biene angetan. Um den Bildern des Films entgegenzuwirken, erzählt die Puppenspielerin, die 1942 in Chemnitz geboren wurde und Mitte Juli ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum feiert, in ihrer 18. Premiere im seit fünf Jahren bestehenden mai hof "Die wahre Geschichte der Biene M." "Mich hat an Bonsels Buch gereizt, dass hier die ganze Gesellschaft anhand der Tiere abgehandelt wird. Die Biene will eben anders sein, nicht tagaus tagein Honig sammeln, sondern die Welt kennenlernen. Und doch zeigt sie, auch das ist bemerkenswert, letztlich Gemeinschaftsgefühl und rettet ihr Volk vor einem Angriff der Hornissen. Aber Maja ist großmütig, macht allen unmissverständlich klar, dass auch ein Feind ein Mensch´ ist", sagt die 60-jährige Puppenspielerin und weist darauf hin, dass die Anderen, die Außenseiter, auch ihre Berechtigung hätten.
Es ist die Vielzahl von Einfällen bei der Gestaltung der Puppen oder von Geräuschen, die den ungeheuren Reiz der Inszenierungen Hella Müllers in der Regel ausmachen. Und ob Märchen oder großes Drama ("Anna Göldin (Die letzte Hexe)"), es gibt nichts, an das sie sich nicht herantrauen würde. Und wie kaum sonst jemand versteht sie es auch, Gegenstände des täglichen Gebrauchs zu verfremden und umzunutzen. "Als Kind war ich ja eher zurückhaltend. Meine Mitarbeit in der Schule war deshalb sogar mangelhaft. Aber ich konnte mich immer übers Darstellen ausdrücken und hatte ein Gefühl dafür, Dinge in einem ganz anderen Licht zu sehen. Es ist mir wichtig, dass Kinder Sachen entdecken und sagen, ach, das ist doch ... Die Fähigkeit mit einfachsten Sachen zu spielen, die bei allen Kindern ja da, aber oft verschüttet ist, die will ich wiederbeleben, die Phantasie der Kinder anregen."
Phantasie brauchte es auch, sich in der Garage, die sie 1996 in Schönfeld-Weißig entdeckte, ein Puppentheater vorzustellen. Aber mit der Hilfe ihres Ehemanns Hartmut Maihöfer, der den Einlass und die Öffentlichkeitsarbeit managt, sowie Freunden entstand ein Kleinod an Bühne: der mai hof. An den Wänden im Bühnenraum sind Vitrinen, in denen sich unzählige Puppen aller Art und Puppenstuben befinden. "Für die Kinder sind diese oft gar nicht so interessant, die spielen ja heute mit anderen Dingen. Aber wenn die Oma sagt, damit habe ich als Kind auch gespielt, dann gucken die, weil sie erst so richtig realisieren, dass auch Oma mal ein Kind war und gespielt hat. So entstehen zwischen den Generationen völlig neue Verbindungen."
Nach Dresden ist sie im Januar 1989 gekommen. Ihr damaliger Mann Dietmar Müller, damals Leiter des Puppentheaters am alten Standort in der Leipziger Straße und mittlerweile verstorben, hatte einige ihrer Inszenierungen in Berlin gesehen und wollte sie "unbedingt haben". Als "Frau des Chefs" hatte sich am Ensemble zunächst keinen leichten Stand, aber ihre Arbeit als Regisseurin und Puppenspielerin überzeugte Kollegen wie Publikum.
Die Atmosphäre am Puppentheater zur Wendezeit bezeichnet sie als "super". "Antigone", bei dem Heinz Drewniok Regie führte, "war eine "topaktuelle, hochbrisante Inszenierung", bei der der Zuschauerraum gerammelt voll war. Nach dem 9. November war Schluss damit, man spielte in Dresden vor drei, vier Zuschauern, Geld wurde im Westen verdient, bei Gastspielen in Hamburg und München, bei der jüdischen Gemeinde in Frankfurt. 1993 wurde sie gegangen, aber natürlich kennt sie noch den ein oder anderen am Puppentheater. Insbesondere zu den Technikern sei "der Draht erfreulicherweise noch ausgezeichnet".
Heute ist die Konkurrenz hart, speziell in Dresden gäbe es nun mal sehr viele selbstständige Puppenspieler und -bühnen. Da Müller, die rund 200 Vorstellungen im Jahr gibt, ein festes Haus habe, müsse sie einfach mehrere Stücke im Repertoire haben und pro Jahr mit drei bis vier neuen Premieren Zuschauer anlocken. Aber sie hat sich ein regelrechtes Stammpublikum erspielt - und das stammt nicht nur aus Schönfeld-Weißig. Auch Stücke für Erwachsene "laufen sehr gut". Während in der Winterzeit die Vorstellungen sehr gut besucht sind, kann es in der Sommerzeit allerdings schon mal vorkommen, dass mangels Zuspruch nicht gespielt wird. Auf ihre Inszenierungen hat sie immer einen kritischen Blick. Bei "Frau Holle" fand sie die Figuren, die sie sich hatte bauen lassen, "nicht gut", aber da das Stück "wirklich gut läuft", die Menschen ihre Freude haben, spielt sie das Märchen mittlerweile doch recht gern.
Abwechslungen bringen Gastspiele. 1993 war sie in den USA, wo sie vor Kindern und Erwachsenen deutscher Abstammung spielte, sowie in Deutschklassen von High-Schools. Ganz hoch oben auf der Wunschliste künftiger Inszenierungen steht Aristophanes "Lysistate". An dem antiken Stück hat mich die Kraft der Frauen beeindruckt, den Frieden dadurch zu erzwingen, in dem sie sich verweigern."

Christian Ruf

Dresdner Neueste Nachrichten erschienen am 11.07.2002


Auguste

Jans und jescheit

Es ist jedes Jahr das gleiche Drama, das sich kurz vor Weihnachten in unseren Haushalten abspielt: Sieht man mal von eingefleischten Vegetariern ab, die im Endstadium bekanntlich nichts essen, was einen Schatten wirft, dann liebt jeder Gänsebraten. Aber wer schlachtet nun das liebe Federvieh? In der Regel tut einem die Gans ja nicht den Gefallen, einen anzugreifen, so dass man ihr in Notwehr ans Federfell kann.
Vermutlich auch wegen dieses ständigen Dauerkonflikts hat es Friedrich Wolfs Geschichte "Die Weihnachtsgans Auguste"zu solcher Popularität gebracht. Frei nach Wolfs Vorlage hat nun Hella Müller vom Mai Hof Puppentheater Weißig die Geschichte auf die Bühne gebracht. Ihr Stück "Meine kleine Weihnachtsgans" hat so viel Pep und eigenständige Ideen, dass nicht nur die vom Film unbeeinflussten Kinder, sondern auch die Eltern ihre Freude an der kurzweiligen Inszenierung haben.
Obwohl die Jüngsten gerade einmal drei Jahre alt gewesen sein dürften, verstanden sie die Art von Weihnachtsgeschichte: Vater und Opernsänger Luitpold Löwenhaupt, der bei Müller so gern Gesangseinlagen einschiebt, kauft eine Gans, die als Weihnachtsbraten enden soll. Doch Gattin Anna-Luise und Sohn Peterle schließen Auguste in ihr Herz. Das kann gar nicht anders sein, ist diese Gans, die meistens "härlichstes breeites Ostpreußisch" schnattert und einmal auch selbstbewusst verkündet, sie sei "Jans und jescheit", doch ein echter Sympathieträger. Am Ende ist sie zwar gerupft, aber da die Frau des Hauses ihr flugs aus Wollresten einen bunten Pullover und eine Mütze strickt, steht ihrem Weiterleben als Mitglied der Familie nichts mehr im Wege. Ein "Gans" vegetarisches Happy-End also.
Die Kulissen der Inszenierung bestehen nur auf den ersten Blick aus ein paar mit prächtigen Stoffen veredelten Brettern, und bieten im Laufe des Spiels so manche dramaturgische Überraschungen. Wenn die Gans Auguste beispielsweise in den Keller verfrachtet wird, dann wird das Geschehen plötzlich nicht mehr als Puppen- sondern als Schattenspiel gezeigt.
Rainer Schickdanz hat herrlich drollige Gansfiguren und Marianne Hollenstein nicht minder überzeugende Köpfe der übrigen Akteure angefertigt. Abgerundet wird der prächtige Familienspaß durch die zahlreichen Wortwitze und gereimten Albernheiten, die Jung wie Alt öfter mal zum Kichern bringen. Einmal gibt es auch, das sei nicht verschwiegen, offenen Widerspruch. Als Auguste Peterle, der sie um Aufklärung gebeten, mitteilt, er sei aus einem Ei geschlüpft, kommt aus den vorderen Reihen, wo die Kinder sitzen, heftiger Protest. "Aus dem Bauch, aus dem Bauch der Mama", platzt es aus vielen Kinderkehlen lauthals und wissend heraus. Als dann aber Auguste darauf beharrt, es sei trotzdem ein Ei gewesen, aus dem Peter komme, wenn auch ein ganz kleines, dann grinsen die Eltern in den hinteren Reihen sich eins. Das ist wirklich eine ganz gescheite Gans, diese Auguste.

Christian Ruf

Dresdner Neueste Nachrichten


Rotkaeppchen

Rotkäppchen

Altbewährtes ist durch nichts zu ersetzen, und an den Märchen der Gebrüder Grimm gibt es nicht viel zu verbessern. Aus diesem Grund spielt die Puppenspielerin und Schauspielerin Hella Müller im mai hof puppentheater neben modernen Inszenierungen für Erwachsene die Märchen der Gebrüder Grimm für Kinder "im Maßstab 1:1" praktisch ohne inhaltliche Änderungen und ohne Schnickschnack. Das Märchen von Rotkäppchen gibt sie in eineer originalgetreuen Puppentheaterversion. Rotkächen, die Großmutter und der Wolf sind altmodische Handpuppena aus Holz, und statt der Musik aus der Konserve wird die Handlung sparsam mit einfachen Instrumenten aus dem Eine-Welt-Laden akzentuiert. Die Figuren und die Handlung stehen dabei im Vordergrund, die gelernte Schauspielerin drängt sich nicht vor, und das eigentlich ziemlich grausame Märchen kann seine stille Wirkung entfalten. Lediglich der Wolf "fällt sich" am Ende nicht "tot", sondern wird gerettet und kommt in den Zoo.
Der Text wird frei gesprochen, ist aber in der Diktion nah an der Grimm'schen Vorlage. Auch wenn Rotkäppchen, das eine Art Baskenmütze trägt - das gängige Bild der spitzen Mütze geht lediglich auf eine Illustration zurück und ist historisch nicht verbürgt-, gelegentlich ansatzweise in Jugendsprache verfällt, kommt nie der Gedanke auf, es würde sich um eine Comicfigur mit Sprechblasen handeln. Das mag für andere Puppentheateraufführungen passend sein, hier wäre es absolut fehl am Platz.
Hartmut Maihöfer, der dem Theater seinen Namen gab, und seine Frau Hella haben das "Theatermuseum" um einen dritten Raum erweitert, der randvoll ist mit historischen Spielzeug, Puppen und Puppenküchen. Das ist eine nostalgische Sehenswürdigkeit für gestresste Großstädter, auch wenn so manches Ausstellungsstück dem modernen Medium "ebay" zu verdanken ist. Der "Puppenmutter" geht es dabei immer auch darum, "die Welt ein kleines bisschen besser zu machen", und nicht zuletzt sollen die Märchen,"die von der Aussag her sehr gut sind", maßstabsgetreu umgesetzt werden. Und das ist auch einmal gut so!

Thomas Fekl

Dresdner Neueste Nachrichten


Genoveva

Spiel um Liebe und Treue, Meuchelmord und Errettung

Hella Müller zeigt am mai-hof-Puppentheater eine frivole Version der Genoveva-Legende für Erwachsene

Wat denn, wat denn, seit wann wird hier im Sachsenlande berlinert, wenn ooch nich mit janz fille Jefühl und Leidenschaft wie inne vonne Untaschichten bewohnte Kiezen Wedding oda Marzahn? Na jut, im mai Hof-Puppentheater is ma Ausnahme vonne Rejel, außerdem jehörts zum Sticke, det dort jegeben wird, nämlich "'Genoveva' oder Wie bring ich meine Tante um". - Es ist, da wird nicht zu viel versprochen, ein Spiel um Liebe und Treue, Meuchelmord und himmlische Errettung.
Die Geschichte von Genoveva ist uralt. Der Überlieferung nach handelt es sich um Genoveva von Brabant, der legendären Gemahlin des Pfalzgrafen von Trier, die im 8. Jahrhundert fälschlicherweise der Untreue verdächtigt wurde und sechs Jahre lang mir ihrem von einer Hischkuh genärten Sohn im Walde leben musste, endlich aber von ihrem Mann gefunden und für unschuldig befunden wurde. Im 19. Jahrhundert erfreute sich der Stoff unter den Romantikern größter Beliebtheit. Moritz von Schwind beispielsweise setzte sich in der Residenz Weimar auf einigen Fresken mit dem Stoff auseinander.
Hella Müller hat die Geschichte nach Preußen verlegt, der Kaiser in Berlin spielt in dieser Inszenierung für Erwachsene eine nicht unwichtige Rolle. Ihre Genoveva wird auf der Flucht vor einem Sittenstrolch im Tiergarten vom Schutzengel Jesekiel in eine Hirschkuh verwandelt, denn das Mädel ist zwar geil, um es auf neudeutsch-drastisch zu sagen, ihrem Adelkurt aber treu ergeben. Diesem eigentlich nicht wirklich symphatischen blaublütigen Kerl, der seine Tante, die ebenfalls scharf auf ihn ist, auch meucheln wird, wird sie am Ende in Arme und Lenden schließen. Dass zukommt was zusammengehört, weil es sich an die Wäsche will, daran ist der schließlich seinen Auftritt habende Kaiser und "teutsche" Kerl in Gestalt von Wilhelm II. nicht ganz unschuldig, ein "Heil Dir im Siegerkranz" also durchaus angebracht.
Wie gewohnt sorgt Hella Müller in einer respektablen One-Woman-Show, dass die Sache kurzweilig über die Bühne geht. Mal steht sie mit Melone hinter einer Drehorgel wie einst die Bänkelsänger in den Berliner Hinterhöfen, meist hinter der wie ein kleines Barocktheater aussehenden kleinen Guckkasten-Bühne, die ihr Rainer Schickentanz gebaut hat, und zieht an den Drähten der hauptsächlich aus Wellpappe gebastelten Figuren, die nicht nur des halbplastischen Profils wegen an Schattenfiguren aus Indonesien erinnern. Da Müller allein an den "Strippen" zieht, wird eigentlich immer nur eine Figur lebendig, aber dieses Manko überspielt die Puppenspielerin durch einige originelle Ideen, mit denen sie etwa Töne erzeugt. Selbst die Umbaupausen kommen locker rüber, die Tatsache, dass es nur zwei Bühnenbilder gibt, wird sympathisch abgefedert.
Definitiv nicht jugendfrei wird das Stück insbesondere durch die frivol-freche Sprache, die der Sache durchaus Witz gibt und selten ins plump Obszöne abgleitet. So heißt es u.a.:"Er fand Erfüllung in meinem Schoße, zur Erinnerung gab er mir n' Brosche". In guten alten (manschmal rührend holprigen) Paarreimen geht es also zur Sache, vor allem um das eine, an das Männer immer denken, dem Frauen aber auch nicht grundsätzlich abgeneigt sind. Mitunter heißt es eben auch in Adelskreisen:"Liberté, Égalité, Sexualité!"

Christian Ruf

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Weiber

Schneiden Sägen Unterspritzen

Neue Premiere im mai hof Puppentheater

Weiblich, ledig, 39 plus sucht...Anzeigen wie diese sind ein Hinweis darauf, dass da Frauen durchaus noch auf der Suche sind, noch Hoffnung haben, in gute Hoffnung zu kommen, weil all die Selbstfindungs-Ayurveda-Yoga-Koch-Kurse, Fernreisen und batteriebetriebenen Hygieneartikel das Leben als Single nicht wirklich nachhaltig zufriedenstellend ausfüllen.
In dem Stück "Die zwei alten Weiber von Venedig oder das Ganzkörperlifting", das nun am mai hof Puppentheater Premiere hatte, sind die beiden Frauen, zwei Schwestern, weit jenseits der 40. Die eine Schwester, die Sechzigjährige hat zwar mal einen Mann abbekommen, ist aber nun verwitwet. Die andere, stramme 80, ist zu ihrem Kummer das, was man eine alte Jungfer nennt. Dass sie beide nicht mehr knackig schön sind, das lässt sich selbst im Schatten erkennen - sieht man mal von dem gelegentlich seinen Ruderauftritt habenden Puppen-Gondoliere ab, ist es nämlich ein Schattenspiel das Hella Müller zum 40-jährigen Jubiläum ihrer Bühne präsentiert. Die ganz und gar Steinalte entwickelt nun auf ihre alten Tage Ambitionen, die Stille vor dem Kuss zu beenden, das Jungfernhäutchen doch noch los zu werden.
Nun ist es für junge und auch nicht mehr ganz junge, aber definitiv nicht alte Menschen, ein Horror, aus ä:sthetischen Gründen und auch sonst, sich bestimmte Dinge ansehen oder auch nur vorstellen zu müssen. Das können Boxkämpfe alter Männer (Henry Maske, Virgil Hill) sein, Volksmusik-Sendungen oder Barbara-Streisand-Filme, jeder hat wohl etwas, bei dem sich ein Gefühl des Grauens meldet. Sex von Senioren dürfte bei fast allen dazuzählen. Das will, obwohl die ganze Gesellschaft eigentlich vergreist, keiner sehen. Oder? Nun, die Inszenierung im mai hof Puppentheater sollte man sich ansehen, jedenfalls sofern man nicht allzu prüde ist, denn das Thema wird frivol bis derb, auf alle Fälle aber durchaus lustig angegangen. Natürlich wird nicht das F-Wort benutzt, der Akt und das ganze Drumherum wird in einst gebräuchlichen, ein- bis zweideutigen Wendungen umschrieben, wie überhaupt das Stück durch allerlei Sprachwitz besticht. Natürlich werden auch nicht zu knapp Klischees und Gewissheiten über die Macken der Männer und die Fehler der Frauen unters zuschauende Volk gebracht.
Die geile Alte bekommt ihren Lover mit Hilfe einer Intrige - der auserwählte Jüngling lässt sich beim "Drum-prüfe-wer-sich-ewig-bindet"- Prozedere täuschen. Als die faltig-runzlige Wahrheit auffliegt, landet das welke Weib alledings in einem Baum. Aber dann kommen ein paar gute Feen und die Frau, deren größtes Laster - wie fast aller ihrer Geschlechtsgenossinnen - das Verlangen, schön zu sein, ist, darauf in den Genuss eines Ganzkörperliftings. Ein Schneiden, Sägen und Unterspritzen setzt ein (Die Steigerung eines Waschen, Legen, Föhnens). Hier wird zum Glück nur geräuschtechnisch angedeutet, was man auch als Schattenspiel nicht sehen will. Auch das Liebesspiel nun beider jungen und der Lust freien Lauf lassenden Menschen ist nicht zu sehen. Man hört ein Juchzen und Stöhnen, was etwaige Voyoursgelüste nicht ganz befriedigt, aber ausreicht, um eine Frau im Publikum sagen zu lassen: "Eigentlich müsste jetzt die Frage kommen: 'Und wie war ich?'". Man sieht, das Publikum ließ sich anstecken von der von Hella Müller gewohnt beachtlich gespielten, an einer Vorlage Boccaccios angelehnten Geschichte. Und so hobelten und hobelten sie nach dem Ganzkörperlifting noch viele, viele Jahre.

Christian Ruf

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Afrika

Was Imanadumanaihi der Schlidkröte erzählte

Premiere im mai hof Puppentheater

Es ist mehr als eine Lockerungsübung die sich die Puppenspielerin Hella Müller selbst, ihren kleinen und auch großen Besuchern auferlegt. Alle heben sie die Hände, drehen sie in den Gelenken und singen mit ihr gemeinsam "... machen so, so ,so lass die kleinen Hände tanzen...". Beim Mitmachen ensteht ein Gefühl dafür, welch wichtige Funktion unsere Hände haben. Und was vor allem einer Puppenspielering ihre Hände wert sind. Wenn Sie zum Beispiel mit ihnen die Erzählung untermalt. "Wie die Schidkröte fliegen wollte". Dieser als Wunsch wie auch als Vorhaben gemeinte Satz ist zugleich der Titel des neuesten Theaterstücks der Puppenspielerin Hella Müller, das im Maihof-Puppentheater in Weißig seine Premiere erlebte. Parallel zum nun schon zum vierten Mal stattfindenden traditionellen Sommerfest im kuscheligen Garten des Theaters. Dort kann man dann die Buschtrommel schlagen, afrikanische Masken und Trommeln bauen oder auch tanzen. Womit schon klar wird, wo die Geschichte des neuen Puppenspiels ihre Wurzeln hat.
"Wie die Schildkröte fliegen wollte" ist eine Geschichte aus Afrika, und der afrikanische Märchenerzähler Gosso hätte sie den Kindern auch selbst erzählt, wenn ihm nicht urplötzlich eine Kokosnuss auf den Kopf gefallen wäre. Gosso war also tot, und die Tiere ringsumher weinten alle, weil sie meinten, dass mit Gossos Tod zugleich auch die Märchen gestorben seien. "Es ist niemand mehr da, der uns Märchen erzählt" jammert auch die Schildkröte und verbreitet die Trauer im ganzen Land. Doch dann trifft die Schildkröte auf das Mädchen Imanadumanaihi und das belacht deren Trauer. Und meint, Gosso habe ihr so viele Märchen hinterlassen, dass sie sehr, sehr lange erzählen könne.
Was sie schließlich auch ausgiebig tut: Und weil das Ganze mitten in Afrika handelt, kommen natürlich viele, viele Tiere vor. Die kleine Wüstenspringmaus zum Beispiel, der starke Elefant, die Hirschkuh, die Schlange, der Strauß - und natürlich auch die Schildkröten. Und jedem dieser Tiere fallen zu den Geschichten des Mädchens noch jede Menge eigene ein. Zum Beispiel die, in der der angeberische Elefant die Schildkröte zum Wettrennen auffordert. Natürlich trickst die ihn aus, denn eine ihrer Freundinnen ist immer schon da, wenn der Elefant dahergeschnauft kommt. Das Prinzip kennen die Kinder aber schon. "Das ist wie beim Wettlauf zwischen Hasen und Igel" , weiß ein fünfjähriger Steppke stolz zu erzählen. Und warum und ob nun die Schildkröte fliegen wollte, dass ... ja, das wird nicht verraten. Denn das sollte man sich im Maihof-Puppentheater schön selbst anschauen. Gelegenheit dazu ist über den Sommer hinweg ziemlich häufig.
Die geborene Chemnitzerin Hell Müller hat eine ganz besonder Art, mit ihrem kleinen Publikum umzugehen. Niemals wird man bei ihr einen erhobenen Zeigefinger entdecken und niemals wird sie eine Moral formulieren, die Kinder nicht verstehen können. Auch die Moral des neuen Puppentheaterstücks ist für die kleinen Zuschauer jederzeit nachvollziebar, denn sie lautet, mit den Worten von Immanadumanaihi gesprochen: Alle Menschen sollten lernen, Märchen zu erzählen.

W.Zimmermann

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Nachtigall

Einmal mehr war es die Nachtigall

"mai hof Puppentheater" feiert Bühnenjubiläum

Wenn Faulheit die Mutter aller Erfin­dungen ist, dann dürften die Schwaben, die ja bekanntlich nach dem "Schaffe, Schaffe"-Prinzip leben, eigentlich nicht allzu viele Erfindungen gemacht haben. Von den Schweizern, die auch als emsi­ges Völkchen gelten, kommt scheinbar auf alle Fälle das Hustenbonbon, über dessen wahre Herkunft ein wie sein Land klein, aber oho geratener Eidge­nosse Vertreter anderer Völkerschaf­ten, die da Exklusivrechte ' beanspru­chen, in einschlägig bekannten Werbe­spots ein ums andere Mal hartnäckig aufklärt.
"Wer hats erfunden?" - so wird auch in der Inszenierung "Der Kaiser und die Nachtigall" gefragt, die im "mai hof Puppentheater" Premiere hatte. Zehn auf ihre Weise sicher auch wilde Jahre hat dieses, die Dresdner Bühnenland ­schaft bereichernde Haus, nun auf dem Buckel. Zum Jubiläum entführte Hella Müller ins Reich der Mitte, in das alte China, das es mit seiner Hochkultur al­lerdings anders als die heutige Volksre­publik nicht nötig hatte, in der freien Welt massiv Industriespionage zu be­treiben, Ideen zu klauen und Produkte einfach zu kopieren. Die Frage "Wer hars erfunden?" kann also in dieser In­szenierung klipp und klar mit "Wir Chi­nesen" beantwortet werden.
Das Geschenk, das der Kaiser in die­ser Geschichte erhält, kommt dann aber doch aus Japan. Kleine Aufmerk­samkeit vom Amtsbruder, dem Tenno. Es ist ein Vogel aus Metall, der gar köst­lich zu' "singen" vermag, und zwar so sehr, dass . die Nachtigall, deren Ge­sang sonst alle am Hof entzückt, nicht weiter gefragt ist. Aber dann ist der Ap­parat kaputt. Eine Dienerin erfreut sich nun höchster kaiserlicher Gunst; die bösen Beamten, die das Volk schika­nierten, werden entlassen. Der Kaiser verspricht, gerecht zu regieren, gemäß den ethischen Normen wie sie Konfuzi­us aufstellte.
Erzählt wird diese aus dem Märchen­schatz von Hans Christian Andersen entnommene und sehr, sehr frei zu­recht getrimmte Geschichte vorzugs­weise als Schattenspiel, was in China wie im Westen einst eine recht populä­re Kunstform war, hier wie dort aber nur noch ein Schattendasein fristet. Der auf einer Truhe stehende Tempel in ei­nem Chinoserie-Stil, der vermutlich auch August den Starken entzückt hät­te, wird wie ein Flügelaltar aufgeklappt, die weiße Fläche dahinter von hinten beleuchtet.
Die Figuren sind recht va­riabler und beweglicher als man denkt, und auch sonst nimmt man immer wie­der erfreut zur Kenntnis, was sich Mül­ler, die eine seidene, bunte, mit chinesi­schen Mustern verzierte Jacke trägt, hat einfallen lassen, Es sind die vielen kleinen Details, die bestechen, auf Dau­er bemüht dagegen wirkt der abgedro­schene .. Einfall", sämtliche .. r" wie "I" zu sprechen und das dann auch noch ab und an zu .. übersetzen", was die In­szenierung irgendwie gestreckt und langatmig erscheinen lässt.
Auch wenn diese Inszenierung Hella Müllers nicht ganz so überzeugt wie viele andere, so seien ihr noch viele Jahre emsigen Schaffens gewünscht.

Christian Ruf

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Im Häuschen wohnt ein lecker Mäuschen

Premiere eines neuen Kinderstücks im mai hof puppentheater

Es gibt Dinge im Leben, die sollte man nach Möglichkeit einfach nicht zusam­menbringen. Gas und offenes Feuer, Piranhas und blutende Wunden, Briten und Alkohol - einem jeden fällt wohl etwas ein. Nicht zuletzt die Paarung "Katzen und Mäuse" gehört, sogar von jeher wohl, in diese Kategorie, das wis­sen sogar all diejenigen, die nicht nie einen "Tom und Jerry" - Cartoon gese­hen haben.
Aber die Liebe ist nun mal ein eigen Ding, die wunderliche wie wunderbare Gabe, einen anderen so zu sehen, wie er nicht ist, was bekanntlich nicht we­nige teuer bezahlen, wenn sie von der am weitesten verbreiteten Augen­krankheit, der Liebe auf den ersten Blick, genesen sind. In dem Stück "Von der Maus Lilli, dem Kater Willy und der Schwalbe Tilli", das am Sonnabend im Rahmen eines Gartenfestes am seit zehn Jahren bestehenden mai hof pup­pentheater in Weißig Premiere hatte, verliebt sich eine Maus, die als Enkel­tochter des Mäusekönigs nicht unver­mögend ist und ein eigenes Haus besitzt, in einen Kater - bloß, weil der schön singen und Süßholz raspeln kann und beteuert, aus der Art ge­schlagen zu sein, keine Mäuse zu fres­sen, ja noch nie ein Maus gefressen zu haben, was einen skeptisch unken lässt, ob das nicht ein Versprechen von ähnlicher Wahrheits-Güte ist wie "Die Renten sind sicher" oder "Die SPD ist kein Fall für den Sektenbeauf­tragten". MausLilliPresse
Hella Müller schlüpft in drei Rollen, agiert mit den Puppen von Lilli und Willy und verleiht auch noch der Schwalbe Tilli Flügel und leicht lispeln­de Stimme, die als besorgte Freundin Lillis nicht gen Süden ins Winterquar­tier fliegt, sondern letztlich im rechten Moment einschreitend und mit ihrem Schnabel auf den Kater einhackend da­für sorgt, dass es ein Happy End gibt. Mal wieder hat Müller eine berührende Geschichte gestrickt und Puppenfigu­ren gebastelt, die auch großen Kinds­köpfen ein Lächeln aufs Gesicht zau­bern. Hier und da wird ein amüsant gereimtes Lied eingestreut,
Umdichtungen von vermutlich bei der heutigen Jugend nicht gerade bekannten Lie­dern wie "Des Wandern ist des Müllers Lust". Hübsch anzusehen sind auch das Puppenhäuschen und besonders das eingebaute Schattenspiel, das zeigt, wie der Kater heimlich die Fett­vorräte Lillys maust, also wegfrisst.
Moral und pädagogische Botschaft um Liebe und Verrat, Freundschaft und Treue stimmen, aber es fehlen ein bisschen Tempo und anarchistischer Witz. Der Ablauf des Geschehens wirkt doch sehr betulich, am meisten gingen bei der Premiere die Kinder eigentlich mit, als es "gewalttätig" wird: Tilli auf Willy einhackt. Da wird - "endlich" möchte man fast sagen - laut gerufen, gekreischt und gelacht. Dieser Bot­schaft des Zielpublikums sollte man sich bei künftigen Produktionen für Kinder vielleicht nicht verschließen. Hella Müller, die ja in den vergangenen Jahren wieder und wieder virtuos ge­zeigt hat, dass sie es versteht, mit zwei Händen und Puppen ganze Welten vor Augen zu führen, sollte einfach ein paar Stellen mehr einbauen, an denen die Kinder aus sich herausgehen kön­nen. Denn sonst stimmt ja eigentlich alles - Hella Müller und Puppentheater, das ist zum Glück für die Dresdner Kul­turlandschaft eine Kombination, die zusammengehört.

Christian Ruf

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Schneekoenigin

Für den Fuchs gibt's 'ne Blase auf die Nase

Im mai hof puppentheater hatte "Die Schneekönigin“ Premiere


Sagt man zum Publikum "Verschwindet!"? Davor schreckt man doch selbst im notorisch Teile des Publikums vergraulen wollenden Regietheater zurück, oder? Nun ja, im. Fall der neuen Inszenierung am mai hof Puppentheater geht die wüste Aufforderung in Ordnung' denn Kinder wie Begleitpersonen wurden eigens aufgefordert, wie Bienen zu summen - und diese Brummer mag die von Hella Müller verkörperte Schneekönigin ganz und gar nicht.
"Die Schneekönigin" wird also, frei nach Hans-Christian Andersen (über den Clara Schumann später bemerken sollte, er sei einer der hässlichsten Männer gewesen, die sie je sah) gegeben. Das passt, schließlich ist Adventszeit, das Gros der Menschen friert jetzt, als wäre die Königin eben durchs Land spaziert und hätte ihren eisigen Atem überall versprüht. Das Mädchen Gerda muss in den hohen Norden, ins Reich der Schneekönigin, wo es noch viel kälter ist als im von Andersen so heftig verfluchten Dänemark, aus dem seiner Ansicht nach, wie ein Brief des Dichters an Henriette ("Jette Wulff') vom 29. April 1843 aus Paris bezeugt, "die kalten Winde" kommen, "die mich versteinern".
Die Rettung des von den Schneegänsen der Königin in den Norden verschleppten Bruders gelingt bekanntlich, und zwar durch die Liebe, ohne dass nun allerdings, ist schließlich eine Inszenierung für Kinder, in irgendeiner Weise Wälsungenblut mit im Spiel wäre. Retten tut Gerda vorher auch ein paar junge Krähen sowie ein Rentier, das von einem hinterhältigen Fuchs gefressen zu werden drohte. Wenn Meister Reineke am Ende 'ne Blase auf der Nase hat, eindeutig also ein Fall von mittelschwerer Tierkörperverletzung vorliegt, dann ist das Gejohle der Kinder besonders groß.
Es überwiegen natürlich, man kennt das von vielen anderen Inszenierungen Müllers, die poetischen Momente. Berührende Musik wird eingesetzt, das Reich der Schneekönigin ist in eisigblaues Licht getaucht, dass die klirrende Kälte, wie sie allenfalls noch Väterchen Frost angenehm findet, zu spüren ist. Für angenehme Verblüffung sorgt auch, was sich die erfahrene Puppenspielerin an Kulissen und liebevollen Details alles hat einfallen lassen. Vieles ist simpel - und doch fast immer überzeugend. Geschickt handhabt Hella Müller (in meist offener Spielweise) die unterschiedlichsten, gewohnt entzückend anzusehenden Figuren. Identifikationsfigur ist in erster Linie Gerda, ein Mädchen also. Es wartet nicht auf den tapferen Helden oder schönen Märchenprinzen, es schreitet selbst zur (Befreiungs-)Tat, erweist sich als klug und listig. Ein paar kleine (Text-)Fehler waren bei der Premiere noch auszumachen, aber die dürften bald behoben sein.

Christian Ruf

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